Hund – Anschaffung und Erziehung

Eines vorweg: Ich bin weder ein Profi in in Sachen Hundepsychologie noch hatte ich schon dutzende Hunde. Folgender Artikel bezieht sich ausschließlich auf meine persönliche Meinung und Erfahrung und soll Erstbesitzern bei der Anschaffung/Erziehung helfen. Gerne können Sie Ihre Meinung dazu in den Kommentaren hinterlassen.

1. Anschaffung eines Hundes

Vor der Anschaffung eines Hundes, sollten Sie sich im Klaren sein, dass ein Hund viel Zeit und Liebe in Anspruch nimmt und Platz braucht. Eine Katze kann man einige Zeit allein lassen. Ein Hund ist ein Rudeltier und auf Sie angewiesen. Überlegen Sie sich gut, bevor Sie sich entscheiden einen Hund ins Haus zu holen. Ist er erstmal da, sollte man ihn nicht einfach wieder abschieben weil man doch keine Zeit hat oder aus welchem Grund auch immer. Ich kenne genügend „Hundeliebhaber“, die ihr Tier wieder hergegeben haben, weil sie nicht fähig sind den Hund zu erziehen bzw. plötzlich „keine Zeit“ mehr haben. Der Hund wird nicht umsonst der beste Freund des Menschen genannt. Also verhalten Sie sich auch so gegenüber ihm.
Denken Sie auch an die Kosten (Futter, Tierarzt, Versicherungen, etc.)

2. Erziehung

Ich kann es nicht verstehen, dass manche Leute ihren Hund kaum oder gar nicht erziehen. Der Hund ist unser Freund. Klar. Jedoch muss er zu jeder Zeit wissen, wer der Chef (Rudelführer) ist. Ausserdem: Wollen Sie dass Ihr Hund in der Stadt losrennt und tut was er will? Eine richtige Erziehung und gewisse  Grundkommandos (wenn man das Wort Kommando benutzen will) sollten Sie Ihrem Tier auf alle Fälle vermitteln. Welche die wichtigsten sind und wie man Sie vermittelt, erfahren Sie im Abschnitt 4.

3. Konsequenz

Lassen Sie es unter keinen Umständen zu, dass jeder Ihren Hund befiehlt was er zu tun hat oder noch schlimmer: jeder ihn wahllos füttert. Ein Hund ist keine Mülltonne, den man Reste verfüttert. Genügend Hundeliebhaber, bieten dem Hund täglich mehr als das doppelte an Futter an, das er benötigt. Ob Sie dem Hund damit Gutes tun ist mehr als fraglich. Die meisten Hunde werden alles fressen was Sie ihm vorsetzten. Der Hund wird schnell dick und das belastet die Gesundheit und die Gelenke des Tieres. Achten Sie hier auf die richtige Ernährung. Im Zweifelsfall lieber den Tierarzt fragen als zu viel zu füttern. Bei den meisten Hundefuttermitteln ist die Dosierung übrigens angegeben. Nassfutter kann man geben, ist aber nicht zwingend erforderlich. Mein Hund bekommt ausschließlich Trockenfutter und hin und wieder Leckerlies in Form von Hundewurst, Geflügel oder ähnliches. Solche Futtermittel sollten aber immer den Kleinteil seiner Nahrung bilden.

4. Kommandos

Ich spreche hier von Kommandos, obwohl viele Hundeliebhaber dies nicht hören wollen. Nennen Sie es wie Sie es wollen, letztendlich sind es Kommandos, da der Hund diese befolgen muss. Es gibt hiervon nützliche, die der Hund kennen sollte (Platz!) und weniger nützliche (Rolle, etc.) die eher dazu dienen, den Hund  geistig fit zu halten.
Beachten Sie dass diese Kommandos regelmäßig wiederholt werden sollten. Der Hund muss immer ausgiebig gelobt und belohnt werden, damit es für ihn ein Ansporn ist das zu tun, was Sie von ihm verlangen. Denken Sie daran, schrittweise mit den Kommandos vorzugehen und den Hund nicht zu überfordern. Ein Training am Anfang sollte 10 Minuten nicht übersteigen, da der Hund sonst das Interesse verliert oder eben überfordert wird.

Von Vorteil ist, wenn Sie Ihrem Hund neben den Kommandos zeitgleich auch Handzeichen vermitteln. Ich kenne einige Hundehalter, die sehr froh darüber sind, weil Ihr altersschwaches Tier einfach nicht mehr gut hört und sie sich trotzdem mit dem Tier verständigen können. Während Sie das Kommando geben, machen Sie einfach immer das gleiche Handzeichen (welches Sie hierfür benutzen, ist ihre Sache. Es sollte nur möglichst eindeutig sein). Ihr Hund wird schon bald allein auf ein Handzeichen das Kommando ausführen. Denken Sie daran: Die Kommandos regelmäßig und immer wieder zu trainieren.

  1. Sitz
    Ich halte Sitz nicht unbedingt für ein notwendiges Kommando, ist aber sicherlich von Vorteil, wenn man den Hund „untersuchen“ will. So benutze ich z.B. Sitz um mir die Zähne anzusehen, oder die Vorderpfoten zu reinigen. Ausserdem ist Sitz die Voraussetzung für „Platz“, da man so dem Hund „Platz“ leichter lernen kann.
    Dem Hund „Sitz“ zu vermitteln ist keine große Kunst. Führen Sie ein Leckerli mit der Hand über den Kopf des Hundes nach hinten. Der Hund wird dem Leckerli hinterherblicken. Wenn es ihm zu anstrengen wird (weil Sie mit der Hand schon relativ weit hinter seinem Kopf sind) wird er sich hinsetzten um entspannter Ihre Hand verfolgen zu können. In diesem Moment sagen Sie „Sitz“, loben den Hund ausgiebig und geben ihm die Belohnung. Dies muss sehr schnell erfolgen, damit der Hund die Belohnung und das Lob mit seinem „Sitz“ in Verbindung bringt.
    Handzeichen: Erhobener Zeigefinger
  2. Platz
    Platz ist ein wichtiges Kommando. Der Hund muss bei „Platz“ sofort das Kommando ausführen. Stellen Sie sich vor, Ihr Hund läuft auf eine befahrene Strasse zu. Er muss während des Laufens, sofort „Platz“ machen können. So bleibt der Hund sicher vor der Strasse liegen. Platz ist bei mir ein sehr konsequentes Kommando. Ihr Hund wird oft versuchen aufzustehen oder sich liegend zu robben. Lassen Sie dies nicht zu. Bei „Platz“ hat sich der Hund hinzulegen und nicht mehr zu bewegen (ausser auf der Stelle). Viele vermitteln ihrem Tier zusätzlich das Kommando „Bleib“, was ich jedoch nicht getan habe und für nicht sinnvoll erachte. Der Hund hat erst dann aufzustehen, wenn Sie ihm ein Gegenkommando wie „Auf“ oder ähnliches geben. Ein weiterer Vorteil von „Platz“ ist das „ablegen“ des Hundes (beispielsweise vor einer Bäckerei um Semmeln holen zu können). Deshalb ist es eben so wichtig, dass ihr Hund dieses Kommando auch 100%ig ausführt und liegen bleibt.Platz wird am leichtesten aus dem Kommando „Sitz“ trainiert. Wenn ihr Hund sitzt, lassen Sie Ihren Hund an einem Leckerli schnuppern. Führen Sie dann dieses am Boden von seinen Pfoten weg zu sich hin (Sie stehen bzw. knien vor dem Hund). Halten Sie zeitgleich eine Hand über das Leckerli, damit der Hund unter Ihre Hand muss. Wenn Sie Hand nun zu sich führen wird der Hund seine Schnauze unter diese stecken und Ihrer Hand folgen. Er rutscht sozusagen mit den Vorderpfoten nach vorne bis er liegt. In diesem Moment sagen Sie „Platz“, loben den Hund ausgiebig und belohnen Ihn mit dem Leckerlie. Diese Übung müssen Sie konsequnt und oft durchführen. Wenn Ihr Hund sich dann auf Kommando „Platz“ hinlegt, haben Sie schon einen Großteil geschafft. Warum einen Großteil? Weil Ihr Hund zwar verstanden hat, dass er sich hinlegen muss, jedoch nicht dass er liegen bleiben soll. Gehen Sie deswegen vom Hund weg. Zuerst ein paar Schritte. Sollte er aufstehen, erteilen Sie ihm sofort in der Bewegung erneut das Kommando „Platz“. Entfernen Sie sich so nach und nach weiter vom Hund und loben Sie ihn wenn er liegen bleibt. Die meisten Hunde werden aufstehen und Ihnen hinterherrennen, wenn Sie aus Ihrem Blickwinkel verschwunden sind. Am besten üben Sie dies, indem Sie einfach „hinter einer Ecke verschwinden“ (Türbogen, etc.). Beobachten Sie den Hund und hören Sie vor allem aufmerksam zu. Sie werden merken wenn der Hund versucht aufzustehen. Sagen Sie dann einfach Platz, obwohl kein Sichtkontakt besteht. Und üben Sie sich in Geduld denn dies wird einige Zeit in Anspruch nehmen.
    Handzeichen: Flache Hand, mit Handfläche nach unten und leichte Abwärtsbewegung.
  3. Aus
    Ich benutze Aus, wenn der Hund beim Spielen den Ball hergeben soll. Aus lernen Sie am besten, wenn Sie dem Hund als „Austausch“ ein Leckerlie anbieten. Wenn er den Ball fallen lässt um das jenes zu fressen, sagen Sie „Aus“, belohnen Ihn und geben ihm das Leckerlie.
  4. Pfui
    benutze ich für Gegenstände, die der Hund nicht auslassen soll, sondern gänzlich nicht nehmen/beachten soll. Vergreift sich ihr Hund zum Beispiel am Wohnzimmerschrank, so laufen Sie auf Ihn zu und sagen in einem lauten, bestimmten Ton „Pfui“. Der Hund wird sich schnell merken, dass er etwas nicht darf, wenn er „Pfui“ hört.

5. Bestrafung

Eigentlich wollte ich auf das Thema zuerst nicht eingehen. Aber bevor Sie Ihr Tier falsch bestrafen, vermittle ich Ihnen lieber meine Art von „richtiger“ Bestrafung.
Schlagen Sie Ihr Tier unter keinen Umständen. Nie, niemals, gar nicht! Mit Schlägen machen Sie das Tier aggressiv, und/oder verängstigen es. Ein Hund kennt keine Schläge als Strafe. Sie fügen Ihm nur unnötige Schmerzen zu.

Bei meinem Hund reicht es oftmals einfach nur scharf „Hey“ zu sagen damit er weiß, dass er etwas falsch gemacht hat. Leider kommt es jedoch hin und wieder vor, dass man härter eingreifen muss. Versuchen Sie es bitte jedoch zuerst immer mit Sprechen, da der Hund meistens drauf eingehen wird. Ich nenne Ihnen nun ein Beispiel, wann und warum ich meinen Hund „härter bestrafe“.

Unser Nachbar hat einen kleinen Sohn mit ca. 2 Jahren. Dieser wiegt um die 15 Kilo. Mein Hund hat mittlerweile 35 Kilo. Da der Hund erst 8 Monate alt ist, ist er natürlich noch immer sehr verspielt. Das Problem können Sie sich vorstellen, wenn ein 35Kilo Hund mit einem 15Kilo Kind spielen will. Da mein Hund immer wie wild vor Freude auf das Kind zugestürmt ist, musste ich ihm das abgewöhnen. Dies habe ich zuerst nur mit Schimpfen getan, was leider nicht effektiv war. Also habe ich den Hund einfach ins Fell gezwickt. Zwicken ist meiner Meinung nach die beste Methode wenn man den Hund „hart bestrafen“ muss. Die Hundeeltern, beissen (bzw. zwicken) ihre Welpen schließlich auch, wenn diese sich falsch verhalten.
Die Methode ist äusserst effektiv, da sich mein Hund nach dieser Bestrafung sofort unterwirft und auf den Boden legt. Reissen Sie Ihrem Tier aber nicht gleich das Fell aus. Ein einfaches, kurzes Zwicken in das Fell mit gleichzeitigem Schimpfen (harter Befehlston) sollte reichen. Dies ist für mich die härtestet Methode meinen Hund zu bestrafen. Lassen Sie sämtliche anderen Gewalttaten und denken Sie nicht mal an ein Stachelhalsband oder ähnliches. Wenn Sie der Meinung sind, ihr Hund braucht ein Stachelhalsband, weil er anders nicht hört haben Sie einen Fehler bei der Erziehung gemacht. SIE, nicht ihr Hund.

Ein weiterer Fall wo ich das Zwicken eingesetzt habe war, als mein Hund dachte mich anknurren zu müssen weil ich Ihm einen Knochen genommen habe. Dies darf nicht passieren. Ihr Hund hat Sie nicht anzuknurren, auch wenn dieses Verhalten des Hundes natürlich ist. Es folgte ein hartes „Anschreien“ des Hundes in Kombination mit Zwicken ins Fell. Daraufhin hat er den Knochen wieder bekommen. Ein paar Tage später habe ich erneut versucht ihm den Knochen zu nehmen. Es folgte ein deutlich leiseres Knurren. Ich wiederholte die Bestrafung und seither, denkt der Hund nicht im Traum daran zu knurren wenn ich ihm etwas wegnehme. Dies empfinde ich als sehr wichtig, da Hunde draussen oft versuchen Dinge zu fressen die unter umständen sogar gefährlich für das Tier sein können. Hier reicht ein einfaches „Pfui“ von mir, und mein Hund lässt von dem Gegenstand ab. Wenn nicht, nehme ich dem Hund den Gegenstand weg und bringe ihn ausser Reichweite. Das muss sich das Tier gefallen lassen, es dient ja auch zu seinem Schutz.

Nun ist der Artikel über Bestrafung doch viel länger geworden, als ich ihn halten wollte. Denken Sie bitte daran: Ein Hund ist wie ein Kleinkind und vor allem keine Maschine. Also seien Sie nicht zu hart mit Ihrem Tier!

6. Spielen mit dem Hund

Hier gibt es eigentlich nicht all zu viel zu sagen. Wichtig ist, dass Sie ihrem Tier viel, viel Zeit widmen und regelmäßig mit Ihm spielen. Dies ist wichtig für die „Rudelzusammengehörigkeit“ und macht Ihrem Tier viel Freude. Es gibt dutzende Bücher, wie man seinen Hund sinnvoll beschäftigen kann.

Wir haben Ihm eine Frisbee (extra für Hunde) gekauft, mehrer Bälle, Seile an denen er ziehen kann und eine Art „Hütchenspiel“, bei dem man unter kleinen Hütchen Leckerlies verstecken kann, welche der Hund suchen muss.

Egal wie Sie mit Ihrem Tier spielen, tun Sie das regelmäßig und nehmen Sie sich hierfür auch Zeit. Spielen sollten Sie ausserdem immer wieder, zwischen dem Vermitteln von Kommandos. Legen Sie immer genügend „Spielzeit“ zwischen dem Training von Kommandos.

7. Schlusswort

Ich hoffe ich konnte Ihnen ein paar nützliche Tipps geben. Sollten Sie Tipps haben oder anderer Meinung sein, zögern Sie nicht mir Ihre Meinung in den Kommentaren mitzuteilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.